Marie Kondo hat recht: Warum Aufräumen wirklich glücklich macht

Viele kennen das Gefühl: Man räumt auf — und danach fühlt sich nicht nur die Wohnung besser an. Man selbst auch. Das ist kein Zufall. Es ist Biologie.

Was im Gehirn passiert

Wenn wir uns ein Ziel setzen und es erreichen — auch wenn es nur ein aufgeräumter Keller ist — schüttet das Gehirn Dopamin aus. Das ist der Botenstoff des Belohnungssystems. Diplom-Psychologin Sandra Jankowski erklärt: Der Mechanismus ist derselbe wie beim Leistungssport. Wer ein Ziel setzt und es erreicht, wird belohnt. Mit einem messbaren Glücksgefühl.

Manche Menschen erreichen beim Aufräumen sogar den sogenannten Flow. Eine meditative, entspannende Wirkung. Sie tritt ein, wenn die Tätigkeit weder zu stressig noch zu einfach ist. Wer eine gute Routine entwickelt hat, kennt diesen Zustand.

Was Unordnung mit dem Körper macht

Die UCLA hat 2010 in einer Studie gezeigt: Je mehr Unordnung im Haushalt, desto höher der Cortisolspiegel. Das ist das Stresshormon. Der Effekt ist messbar — nicht subjektiv.

Neurowissenschaftler der Princeton University kamen zum selben Ergebnis: Visuelle Unordnung im Umfeld führt zu schlechteren Leistungen, weniger Konzentration und dauerhaft erhöhtem Stress.

Das Gehirn behandelt jede unerledigte Aufgabe im Blickfeld wie ein offenes Problem. Wer in einem vollen Raum sitzt, arbeitet permanent gegen unsichtbaren Widerstand.

Ordnung ist kein Selbstzweck

Psychologin Jankowski sagt auch: Aufräumen macht nicht jeden gleich glücklich. Es gibt Menschen, die ihr kreatives Chaos brauchen. Und wer unter Zwang aufräumen muss, leidet — das ist keine Ordnung mehr, das ist ein Problem.

Der Punkt ist nicht Perfektion. Der Punkt ist der Keller, der seit drei Jahren voll ist. Die Wohnung, in der man sich nicht mehr wohlfühlt. Der Raum, der an Arbeit erinnert, statt an Erholung.

Manchmal braucht es einfach Hilfe

Loslassen fällt schwer. Das ist psychologisch erwiesen. Wer jahrelang Dinge angesammelt hat, kann sie nicht an einem Nachmittag wegräumen — egal wie motiviert man ist.

Genau da setzen wir an. Keine Theorie, kein Kurs — sondern einfach: wegräumen, was weg muss. Damit Sie das Gefühl bekommen, das die Studien beschreiben.

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Quellen: Stern.de / Psychologin Sandra Jankowski (BDP) · Saxbe & Repetti, UCLA, Personality and Social Psychology Bulletin 2010 · Princeton Neuroscience Institute · Universität Indiana 2013

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